So passiert am Freitagmorgen – im Berufsförderungswerk der Fachgemeinschaft Bau in Berlin-Marienfelde. Mehr als 200 Azubis lernen auf dem ehemaligen Lehrbauhof das Bauhandwerk. Dann jedenfalls, wenn es ihnen gelingt, die „Sicherheitskontrolle“ zu passieren. Die „Schwarzen Sheriffs“ sind paramilitärisch gekleidet. Sie tragen Schlagstöcke und haben Pfefferspray dabei. „Die Azubis sind geschockt. Es ist ein einmaliger Vorfall. So etwas hat es noch nie gegeben“, sagt Hannes Rosenbaum.
Der stellvertretende Regionalleiter der IG BAU Berlin-Brandenburg kennt den Grund: „Die Geschäftsführung des Berufsförderungswerks will ganz offensichtlich die Auszubildenden verunsichern und ein Klima der Angst schaffen. Treffen will sie allerdings andere: die Ausbilder. Denn bei ihnen formiert sich Widerstand gegen die Chefetage.“ Die rund 13 Ausbilder des Lehrbauhofes haben in dieser Woche einen ersten Warnstreik gemacht. „Für viereinhalb Stunden legten sie in dieser Woche die Arbeit nieder, um Bundesarbeitsminister Olaf Scholz auf dem Gewerkschaftstag der IG BAU über die unhaltbaren Zustände im Marienfelder Berufsausbildungswerk zu informieren“, sagt Hannes Rosenbaum.
Grund für den Protest sei ein „miserabler Umgang“ der Ausbildungsstätte mit seinen Beschäftigten: „Die Ausbilder bekommen seit 13 Jahren keine Lohnerhöhung – das ist im Arbeitsleben eine kleine Ewigkeit mit Null-Runde“, so der stellvertretende IG BAU-Regionalleiter. Kürzungen dagegen habe es viele gegeben: beim Weihnachtsgeld und beim Urlaubsgeld. Auch Urlaubstage seien gestrichen worden. Um zu sparen, habe die Geschäftsführung „äußerst fragwürdig qualifiziertes Honorarpersonal“ angeheuert. „Das Berufsförderungswerk läuft Gefahr, eine Schmalspurausbildung zu bieten. Qualität droht auf der Strecke zu bleiben. Geiz und Bildung sind zwei Sachen, die nicht zusammenpassen. Genau das hat man in Marienfelde aber noch nicht verstanden“, sagt Hannes Rosenbaum.
Deshalb hätten sich die Ausbilder der Einrichtung jetzt in einer Urabstimmung zu 100 Prozent für den Arbeitskampf ausgesprochen. Die IG BAU will diesen Streik mit allen Kräften unterstützen: „Was in Marienfelde an Ungerechtigkeit passiert, schreit zum Himmel. Wir sind entschlossen, damit aufzuräumen ...“, so der stellvertretende Regionalleiter der IG BAU Berlin-Brandenburg.
Für Rück- und Interview-Anfragen rufen Sie Herrn Rosenbaum unter (01 70) 790 77 60
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